Erhöht das Tragen eines BHs das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken? Diesbezüglich gab es einige Gerüchteküche. In diesem Artikel schauen wir uns an, ob es einen Zusammenhang gibt und woher das Gerücht kommt.

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Tragen von BHs und einem erhöhten Brustkrebsrisiko. Das sagt die American Cancer Society. Tatsächlich bestreitet oder bestätigt die Gesellschaft kein erhöhtes Krebsrisiko. Warum? Es wurden keine medizinisch relevanten Studien zu diesem Thema durchgeführt, daher weiß niemand wirklich Bescheid. Das mag angesichts der Bedenken im Zusammenhang mit Brustkrebs erstaunlich erscheinen, aber es ist eine einfache Tatsache.

Also, wie sind all diese Gerüchte entstanden? Das Web ist ein wunderbarer Ort, aber es ist auch ein Ort, an dem jeder praktisch alles sagen und damit durchkommen kann. Das BH-Brustkrebs-Gerücht scheint aus dem Buch „Dressed to Kill“ entstanden zu sein. Das Buch wurde von Sydney Ross Singer und Soma Grismaijer, zwei Anthropologen, geschrieben. Sie behaupten, dass ein BH das Lymphsystem einschränkt, wodurch sich Giftstoffe ansammeln und Krebs entstehen.

Ross Singer und Soma Grismaijer sind zwei interessante Charaktere. Singer erwarb einen Abschluss in Anthropologie an der Duke University. Grismaijer hat keinen bekannten Abschluss, soll aber Optiker sein. Es ist unklar, wie sich diese beiden nicht-medizinischen Persönlichkeiten qualifiziert fühlen, Schlussfolgerungen über Brustkrebs zu ziehen, genauso wenig wie Sie oder ich, aber sie taten es, als sie selbst Dressed to Kill veröffentlichten.

Die Schlussfolgerungen in Dressed to Kill werden aus der Idee gezogen, Frauen in unterschiedlichen Situationen zu untersuchen. Singer und Grismaijer betrachteten Frauen, die BHs trugen, und Frauen, die dies nicht taten. Sie fanden angeblich heraus, dass diejenigen, die keinen BH trugen, seltene Fälle von Brustkrebs aufwiesen, während Frauen, die BHs trugen, weitaus mehr Fälle erlitten. Andere Aspekte wie Ernährung, Umwelteinflüsse usw. werden nicht berücksichtigt.

Um wirklich einen Eindruck von den Ansichten von Singer und Grismaijer zu bekommen, muss man ihre Arbeit nach dem BH-„Studium“ betrachten. Auf den letzten Blick waren sie selbstveröffentlichende Bücher über das Übel des horizontalen Schlafens. Dies ist offenbar die Ursache für alles, von Prostatakrebs bis hin zur Alzheimer-Krankheit. Sie sind starke Befürworter der Idee, dass wir alle schräg schlafen sollten.

Es ist leicht, diese beiden Charaktere aufgrund ihrer willkürlichen Herangehensweise an das Studium medizinischer Themen und ihrer unorthodoxen Ansichten abzutun. Davon abgesehen sollte der Zusammenhang zwischen BHs und Gesundheit genauer untersucht werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass enge Hosen Männern keinen Prostatakrebs verursachen, noch wird eine enge Mütze Gehirnkrebs verursachen. Dennoch ist die Tatsache, dass anscheinend niemand genau untersucht hat, wie sich BHs auf die Brustgesundheit beziehen, etwas schockierend. Bis dahin trage ich meinen BH, den sollte man sich aber ausgiebig anschauen.



Source by Tiffany Hart